Nicht aufgeklärt - Zahnarzt verurteilt!

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Die Pressestelle des Oberlandesgerichts Hamm hat am 18. Mai 2016 eine Mitteilung herausgegeben, bei der es um die Verurteilung eines Zahnarztes wegen mangelhafter Aufklärung geht. Nachfolgend ein Zitat aus der Pressemeldung:

„Der 1982 geborene Kläger aus Bielefeld suchte im Juli 2013 die Zahnarztpraxis des beklagten Zahnarztes in Bielefeld auf. Er litt unter Zahnschmerzen im Unterkiefer und gab an, Angstpatient zu sein. Der Beklagte erneuerte die Verplombung zweier Zähne im Unterkiefer und betäubte den zu behandelnden Bereich des Unterkiefers zuvor mittels Leitungsanästhesie, indem er dem Kläger eine Betäubungsspritze setze. Eine Behandlung mittels intraligamentärer Anästhesie zog der Beklagte nicht weiter in Betracht und klärte den Kläger insoweit nicht auf. Am Tage nach der Behandlung teilte der Kläger dem Beklagten mit, dass seine Zunge kribbeln würde und taub sei. In der Folgezeit hat der Kläger geltend gemacht, der Beklagte habe beim Spritzen behandlungsfehlerhaft den Zungennerv geschädigt. Mit Ausnahme ihrer Spitze sei seine Zunge dauerhaft gefühllos geworden. Außerdem sei er vor der Behandlung nicht über eine mögliche Nervschädigung aufgeklärt worden. Vom Beklagten hat der Kläger deswegen Schadensersatz verlangt, u.a. 7.500 Euro Schmerzensgeld.“

Die Klage war erfolgreich und dem Kläger wurde Schadensersatz zugesprochen – allerdings nicht wegen fehlerhafter Behandlung – denn der Senat betonte in der Urteilbegründung , dass auch bei einer fachgerechten Leitungsanästhesie eine Nervschädigung als Komplikation auftreten kann. Nein – der Zahnarzt wurde verurteilt, weil er es versäumt hat, den Kläger über die – neben der Leitungsanästhesie bestehende – Möglichkeit einer intraligamentären Anästhesie aufzuklären.

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